Wenn die besten Kandidaten nicht aktiv suchen

Mitarbeitende der Gemeinde Sachseln am Schalter

Nicht jede passende Führungskraft sucht gerade nach einer neuen Stelle. Für die Gemeinde Sachseln entstand deshalb eine Recruiting-Kampagne, die eine anspruchsvolle Kaderstelle sichtbar machte, bevor die passenden Menschen überhaupt aktiv suchten.

  • 35 Tage bis zur Besetzung
  • 25 Bewerbungen
  • 4 qualifizierte Profile

Die Ausgangslage

Die Gemeinde Sachseln im Kanton Obwalden musste die Position des Verwaltungsleiters neu besetzen. Gesucht war eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit Verwaltungserfahrung und einem sicheren Verständnis für die Aufgaben einer öffentlichen Verwaltung.

Solche Profile sind selten frei verfügbar. Viele Menschen, die fachlich und persönlich passen würden, sind bereits angestellt und suchen nicht aktiv auf Jobportalen. Ein klassisches Inserat erreicht deshalb oft genau jene Personen nicht, die für eine Stelle besonders interessant wären.

Die Herausforderung bestand darin, die Vakanz in der Region sichtbar zu machen und gleichzeitig die Qualität der Bewerbungen hoch zu halten.

Wenn ein Inserat allein nicht reicht

Die Fallstudie zur Kampagne beschreibt diesen Unterschied als Wechsel von «Post & Pray» zu einer aktiven Ansprache: Die Stelle wird nicht einfach ausgeschrieben und dann sich selbst überlassen. Sie wird dort gezeigt, wo potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten ihren Alltag verbringen.

Für Sachseln bedeutete das eine gezielte Kampagne in der Zentralschweiz. Angesprochen wurden Menschen, die innerhalb von rund 30 Minuten nach Sachseln pendeln können. So blieb die Kommunikation regional, ohne die Suche unnötig eng auf bereits bekannte Bewerberinnen und Bewerber zu beschränken.

Video und Kampagne: gemeinsam statt nebeneinander

Ein gemeinsames Ziel, ein durchgehender Ablauf.
Konzeption, Planung und Videoproduktion auf der einen Seite, Aufbau, Ausspielung und Auswertung der Recruiting-Kampagne auf der anderen: Für diesen Case lief beides eng verzahnt.

Die Arbeit lief nicht in voneinander getrennten Silos. Die Videos wurden so geplant und produziert, dass sie die Aufgabe verständlich machen und der Gemeinde ein glaubwürdiges Gesicht geben. Die Kampagne brachte diese Geschichte anschliessend zu den passenden Menschen.

Genau diese Verbindung macht den Unterschied: Ein gutes Video sorgt für Interesse und Vertrauen. Eine sauber aufgesetzte Kampagne sorgt dafür, dass es auch bei den richtigen Personen ankommt.

Video als erster Kontakt

Mitarbeitende der Gemeinde Sachseln im Gespräch

Bei einer anspruchsvollen Kaderstelle muss ein Video mehr leisten als eine schöne Oberfläche. Es soll zeigen, worum es in der Aufgabe geht, welches Umfeld die Bewerbenden erwartet und warum sich ein genauerer Blick lohnt.

Für die Gemeinde Sachseln entstanden dafür Recruiting-Videos mit einer klaren, glaubwürdigen Ansprache. Die Position sollte nicht wie ein austauschbares Inserat wirken, sondern als konkrete Aufgabe in einer Gemeinde, in der eine erfahrene Person etwas bewegen kann.

Die Kampagne erreicht die Region

Blick über den Sarnersee bei Sachseln

Die Kampagne lief über Instagram, Facebook und LinkedIn sowie über regionale Plattformen und passende Nischen-Jobbörsen für den öffentlichen Sektor. Die Ausspielung wurde auf die Region rund um Sachseln ausgerichtet.

Auch der Bewerbungsweg wurde digital vereinfacht. Interessierte konnten sich unterwegs und ohne griffbereiten Lebenslauf melden. Jede zusätzliche Hürde kann gute Bewerbungen verhindern – gerade dann, wenn jemand nicht aktiv auf Stellensuche ist und spontan auf ein Video reagiert.

25 Bewerbungen in 35 Tagen

Das Ergebnis laut Kampagnenauswertung: Nach 35 Tagen beziehungsweise fünf Wochen war die Stelle besetzt. Insgesamt gingen 25 Bewerbungen ein, darunter vier qualifizierte Top-Profile.

Die Bewerbungen verteilten sich laut der Auswertung auf Facebook (10), Instagram (9), LinkedIn (4) und Jobportale (2). Die eingestellte Person wurde über Instagram erreicht – also über einen Kanal, auf dem sie vermutlich nicht nach einer neuen Stelle gesucht hatte.

Was die Zahlen zeigen

Der Fall zeigt, warum eine regionale Recruiting-Kampagne auch für anspruchsvolle Stellen in der öffentlichen Verwaltung funktionieren kann. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Menschen eine Stelle sehen. Entscheidend ist, ob die richtigen Menschen sie verstehen und sich angesprochen fühlen.

Laut Fallstudie wurde die Stelle rund drei Monate schneller besetzt als in vergleichbaren Verfahren. Gegenüber einem marktüblichen Headhunter-Mandat weist die Auswertung ausserdem ein Einsparpotenzial von rund 28'000 Franken beziehungsweise über 50 Prozent aus. Diese Kennzahlen stammen aus der Fallstudie zur Kampagnenauswertung.

Das Ergebnis für die Gemeinde

Die Gemeinde Sachseln erhielt nicht einfach zusätzliche Reichweite, sondern eine konkrete Bewerberauswahl für eine schwer zu besetzende Position. Der spätere Stelleninhaber wurde über Instagram erreicht – obwohl er dort nicht auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber gewesen sein dürfte.

Das ist der Kern des Cases: Gute Arbeitgeberkommunikation kann den ersten Kontakt herstellen, bevor eine Person überhaupt beschliesst, sich zu verändern. Das Video gibt der Stelle ein Gesicht. Die Kampagne bringt dieses Gesicht zu den passenden Menschen.

Was wir aus dem Projekt mitnehmen

Recruiting-Videos ersetzen keine gute Stelle und keine klare Aufgabe. Sie helfen aber, beides sichtbar und greifbar zu machen. Zusammen mit einer präzise ausgerichteten Kampagne entsteht so ein Bewerbungsweg, der auch passive Kandidatinnen und Kandidaten erreichen kann.

Für RLM Productions bestätigt der Case: Wenn Konzeption, Videoproduktion, Kampagnenaufbau und Auswertung Hand in Hand laufen, wird aus einem einzelnen Video ein Werkzeug für die gesamte Personalsuche.

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